Fraunhofer-IAO Ausstellung »Daten zum Anfassen« auf der Bundesgartenschau

19.9.2019

Transparenz bei der Gewinnung urbaner Daten

Im Rahmen einer Wechselausstellung zum Thema »Innovatives Baden-Württemberg« präsentierte das Fraunhofer IAO auf der Bundesgartenschau in Heilbronn vom 14. August 2019 – 25. August 2019 eine interaktive Ausstellung zum Thema »Daten zum Anfassen«. Ausgestellt wurden Inhalte aus dem Projekt Kommunales Innovationscenter (KIC) und dem neu in Heilbronn gegründeten Forschungs- und Innovationszentrum Kognitive Dienstleistungssysteme (KODIS). Der Fokus der Ausstellung lag dabei auf der transparenten Darstellung der Prozessketten von Big-Data-Anwendungen, um den Besuchern die Funktionsweise datenbasierter Dienste im Bereich Smart City näher zu bringen.

Im Rahmen einer offen zugänglichen Laborlandschaft wurden die Gäste über die Möglichkeiten, wie Daten im städtischen Raum systematisch erhoben und sinnvoll genutzt werden können informiert. Durch die Vor-Ort-Ausstellung und die transparente Darstellung der Forschungsprojekte konnten Berührungsängste der Bürgerinnen und Bürger gegenüber dem digitalen Wandel abgebaut und die Öffentlichkeit für die Vorteile, aber auch für die Risiken der Digitalisierung sensibilisiert werden.

Ein intelligenter Sensorikbaukasten des Projektes KIC verdeutlichte in diesem Rahmen wie bereits mit handelsüblichen Komponenten leistungsfähige Sensoren gebaut werden können. Die ausgestellten Prototypen können beispielsweise Umweltdaten (Feinstaub, NOX, Luftfeuchtigkeit) aber auch komplexere Bewegungsdaten der Stadt aufnehmen, um neue datenbasierte Mehrwertdienste zu generieren. Zur Visualisierung der vor Ort erhobenen Sensordaten wurde ein Dashboard eingesetzt um Zusammenhänge zwischen Besucheraufkommen, Feinstaub und Wettereinflüssen zu verdeutlichen.

 

Verantwortungsvoller Umgang mit personenbezogenen Daten

Neben der Primärerhebung von urbanen Daten gilt die Zusammenführung verschiedener Datenformate und deren integrierte Auswertung als einer der größten Herausforderungen. Über einen digitalen Planungstisch wurden die Mechanismen einer integrierten Datennutzung am Beispiel einer dynamischen Parkplatzbepreisung illustriert. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des neugegründeten Forschungs- und Innovationszentrums Kognitive Dienstleistungssysteme in Heilbronn veranschaulichten zudem durch Datensätzen aus dem Verkehrssektor, wie die Analyse großer Datenbestände (Big Data) zur Verbesserung öffentlicher Infrastrukturen beitragen kann.

Großes Interesse galt immer wieder auch dem Datenschutz, denn die Erhebung personenbezogener Daten im öffentlichen Raum verlangt besondere Vorkehrungen zum Schutz der Persönlichkeitsrechte. In einer Kurzumfrage wurden Besucherinnen und Besucher der Ausstellung um eine Einschätzung zum Umgang mit Daten gebeten. Diese zielte darauf ab, grundlegende Einstellungen zum Thema Datenschutz zu erfassen und potenzielle Konflikte in der Bereitstellung von Daten aufzudecken. Die Ergebnisse der Kurzumfrage können Sie hier abrufen.

Zusammenfassend konnte durch die Ausstellung »Daten zum Anfassen« gezeigt werden, dass die Erfassung und Analyse urbaner Daten für eine innovative Stadtentwicklung große Potentiale mit sich bringt. Dabei bestätigte sich durch den Austausch und die Diskussionen mit den Besucherinnen und Besucher, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit sensiblen Daten und eine transparente Kommunikation mit den Betroffenen wesentliche Aspekte bei Datenprojekten im öffentlichen Raum sind.