BUGA:log - Forschungsprojekt zum Einsatz von selbstfahrenden Transportfahrzeugen zur Nahversorgung im städtischen Raum

© Foto Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH

BUGA:log

Heilbronn, Oktober 2015. Der Startschuss für das von der Hochschule Heilbronn entwickelte Kooperationsprojekt BUGA:log ist gefallen: Das Forschungsprojekt wird über einen Zeitraum von drei Jahren mit rund 875 000 Euro aus dem Förderprogramm „Reallabor Stadt“ in Baden-Württemberg vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gefördert. Im Rahmen von BUGA:log kooperiert die Hochschule Heilbronn eng mit der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH und der Stadt Heilbronn. Erprobt wird der Einsatz von selbstfahrenden Transportfahrzeugen zur Nahversorgung im städtischen Raum. Gleichzeitig wird die Akzeptanz der autonomen Fahrzeuge in der Bevölkerung untersucht. Als Testfeld für das Forschungsprojekt wird die Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn dienen.

Die BUGA 2019 als logistisches Reallabor für selbstfahrende Transportfahrzeuge

Das Areal der Bundesgartenschau 2019, insbesondere das dort neue entstehende Stadtquartier Neckarbogen, wird als Testfeld für das „Reallabor BUGA:log“ fungieren: kleine selbstfahrende Elektrofahrzeuge werden zur Versorgung und Entsorgung auf dem Gelände eingesetzt. „Um diesen Ansatz nachhaltiger Logistik verbunden mit dem Zukunftsthema ‚automatisierte Systeme‘ in einem Forschungsprojekt zu realisieren und im öffentlichen Raum zu erproben, stellt die BUGA 2019 mit ihrer Modellbebauung ein ideales Reallabor dar“, so Prof. Dr. Tobias Bernecker, Leiter des logistischen Kompetenzzentrums LOGWERT der Hochschule Heilbronn und des im Kompetenzzentrum angesiedelten Projekts BUGA:log.

Viele Versorgungs- und Entsorgungsprozesse, die im Rahmen einer Bundegartenschau anfallen, wie z.B. die Versorgung mit Pflanzen, Gastronomie, Souvenirs oder auch die Abfallentsorgung, stehen für typische logistische Herausforderungen in Stadtquartieren. Um das motorisierte Verkehrsaufkommen dort zu reduzieren, erprobt das Projekt den Einsatz automatisierter Transportfahrzeuge wie sie bislang nur in Logistikzentren im nicht-öffentlichen Raum genutzt wurden. Erforscht werden sollen die grundsätzliche Eignung derartiger Systeme für die urbane Nahversorgung. Speziell im Fokus werden auch die besonderen Herausforderungen stehen, die sich aus möglichen Vorbehalten der Bevölkerung gegenüber autonom fahrenden Fahrzeugen ergeben. Ziel ist es hier, Wege zur nachhaltigen Akzeptanzschaffung aufzuzeigen.

„Die BUGA 2019 und das entstehende Stadtquartier Neckarbogen sind wichtige Schrittmacher für nachhaltige Innovationen in Heilbronn. Beide Projekte eröffnen den hier ansässigen Firmen und Institutionen neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit“, freut sich Oberbürgermeister Harry Mergel über die Förderung des Pilotprojekts.

„Wir wollen mit der Bundesgartenschau 2019 und dem Neckarbogen, die zukunftsfähige Stadt von morgen nicht nur vorausdenken, sondern auch erproben“, ergänzt Hanspeter Faas, Geschäftsführer der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH zur Kooperation mit der Hochschule Heilbronn. Neben der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH und der Stadt Heilbronn ist das Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) der Universität Stuttgart weiterer Kooperationspartner im Projekt BUGA:log.

Förderprogramm Reallabor Stadt des MWK

Im Rahmen des Förderprogramms „Reallabor Stadt“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) wird die wissenschaftliche Beschäftigung mit Fragen der nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung in urbanen Räumen gefördert. Antragsberechtigt sind Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen in Baden-Württemberg. Die kooperative Einbeziehung einer Kommune in den Antrag ist verpflichtend, die Einbeziehung weiterer Partner ist erwünscht. Den Forschungsschwerpunkt stellt die Konzeption und Etablierung von städtischen „Reallaboren“ dar, in denen in innovativen Kooperationen zwischen Wissenschaft und kommunaler Praxis unter engem Einbezug sozialer Akteure Fragestellungen für urbane Nachhaltigkeit untersucht und erprobt werden.


Text: Hochschule Heilbronn